Vertiefungsfach Entwicklungs- und Umweltökonomik
Aufbau
Das Vertiefungsfach umfasst 24 Kreditpunkte. Fakultative Module im Umfang von 12 Kreditpunkten sind während 6.-8. Semester zu belegen.
SoSe 2013 | WS 13/14 | SoSe 2014 | ||
|---|---|---|---|---|
Obligatorische Module | Global Food Security | X |
| X |
Globale Umweltökonomik | X |
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Seminar | Seminar Entwicklungsökonomie | X | X | X |
Seminar Microfinance | X |
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Fakultative | International Competitiveness | X |
| X |
International Agricultural Policy | X |
| X | |
Environmental Economics of Developing Countries | X |
| X | |
Planning and Evaluation of Development Projects | X |
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Energy Economics | X | |||
Emerging Markets | X |
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Water Economics | X | X | ||
Econometrics | X | X |
1 Voraussichtliches Angebot
Gegenstand
»During 2008, a chain reaction pushed up food prices so high that basic rations were beyond the reach of millions of people. By the end of the year, the total number of hungry people in our world approached an intolerable one billion« (Ban Ki-moon, UN, 2009). At the same time, natural disasters like droughts, tsunamis, hurricanes, typhoons and floods have been increasing over the past 25 years. And as a result of climate change, it is expected that over forty countries will no longer exist by the end of the century. By 2050, there will be over 200 million environmental migrants (UNU-EHS, 2008). Diese und andere Entwicklungs- und Umweltprobleme stehen im Zentrum der Lehre, die im Rahmen des Vertiefungsfachs Entwicklungs- und Umweltökonomik stattfindet.
In der Tat werden Fragen von Armut, Ernährungssicherung und Umwelt zunehmend in einem ökonomischen Kontext diskutiert. Für wissenschaftlich ausgebildete Ökonomen ist das Verständnis für diese Zusammenhänge und die sie bestimmenden Einflüsse Voraussetzung für eine Tätigkeit in global tätigen Unternehmen oder internationalen Organisationen. International tätige Unternehmen können es sich heute nicht mehr leisten, im Rahmen ihrer Geschäftsbeziehungen mit Partnern in Schwellen- und Entwicklungsländern entwicklungs- und umweltpolitische Fragen zu ignorieren. Die Berücksichtigung sozialer und umweltbezogener Belange und die Würdigung der umwelt- und sozioökonomischen Verhältnisse in den Partnerländern sind Teil einer modernen Unternehmensstrategie geworden und eröffnen neue Chancen und Herausforderungen. Darüber hinaus haben Unternehmen in der Wertschöpfungskette Landwirtschaft- Ernährungsindustrie -Vermarktung eine herausragende Bedeutung für die gesamte Volkswirtschaft und die wirtschaftliche Entwicklung. Diese Bereiche werden zudem in besonderer Weise von den spezifischen Einflüssen nationaler Politik, bilateraler und multinationaler Präferenzabkommen und internationaler Handelsvereinbarungen (WTO) in ihrer Entwicklung beeinflusst. Kenntnisse dieser Zusammenhänge und Einflüsse werden in ausgewählten entwicklungs- und umweltökonomischen Modulen vertieft.
Zielsetzung
Die Lehre und Forschung an den beiden Instituten »Entwicklungs- und Agrarökonomik« und »Umweltökonomik und Welthandel« zielt darauf ab, die zum Verständnis der Wirkungsmechanismen notwendigen theoretischen und methodischen Voraussetzungen zu schaffen, um die Studierenden auf Tätigkeiten in diesen Bereichen vorzubereiten. Die Studierenden sollen in die Lage versetzt werden, die Zusammenhänge zwischen Armut und Umweltproblematik einerseits sowie Verbesserung der Welternährungslage und wirtschaftlicher Entwicklung andererseits aus ökonomischer Sicht zu analysieren.
Inhalte
Die Ausbildung umfasst sowohl methodenorientierte Inhalte aus der Entwicklungs- und Umweltökonomik, als auch problemorientierte Veranstaltungen aus den Bereichen Agrarpolitik, Umwelt und Soziales in Entwicklungsländern. In den zwei Modulen Global Food Security und Global Environmental Economics werden die Studierenden mit Fragen konfrontiert, wie z.B. 1.) Was sind die Ursachen von Armut und Unterentwicklung? 2.) Welche Rolle spielen die Landwirtschaft und die Umwelt und das Ressourcenmanagement im Entwicklungsprozess armer Länder? 3.) Wie lassen sich Umweltprobleme quantifizieren und bewerten und welche Politikmaßnahmen stehen zur Reduzierung negativer Externalitäten bzw. zum Erhalt von Umweltleistungen wie der Biodiversität zur Verfügung? In dem fakultativen Modul International Agricultural Policy geht es um die Auswirkungen nationaler Agrar-, Ernährungs-, Verbraucher- und Umweltpolitik sowie internationaler Handelsvereinbarungen auf die Land- und Ernährungswirtschaft, auf den Nahrungsverbrauch und den Entwicklungsprozess eines Landes. Darüber hinaus werden z.B. Ursachen, die zur Nahrungsmittelkrise geführt haben, analysiert und diskutiert. In der Veranstaltung International Competitiveness werden die Studierenden mit der Frage konfrontiert: Wie kann man die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Landes bzw. eines Unternehmens beurteilen? Dabei spielen neben der Analyse des internationalen Handels auch Aspekte der Neuen Institutionenökonomik eine besondere Rolle. Das fakultative Modul »Planning und Evaluation of Development Projects« beschäftigt sich u.a. mit der ökonomischen Beurteilung öffentlicher Investitionen in Entwicklungshilfemaßnahmen, wie z.B. der Kosten-Nutzen-Analyse. Die Veranstaltung Special Topics of Development Economics umfasst Fragen wie: Welche Rolle spielen multi- und bilaterale, staatliche und nicht-staatliche Organisationen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit? Welche entwicklungstheoretischen Konzepte liegen der Tätigkeit der wichtigsten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit zugrunde und wie werden diese Konzepte umgesetzt? und, welche Faktoren bestimmen die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Schwellen- bzw. Entwicklungsländern? Das fakultative Modul Emerging Markets behandelt die finanziellen Institutionen in Schwellenländern. Dabei geht es um die Entwicklung von Finanzinstitutionen, die Besonderheiten von Schwellenländern (bspw. ländliche Finanzmärkte) und um Finanzkrisen. Das fakultative Modul Theory and Concepts for Natural Resource Management erörtert, ausgehend von dem Konzept nachhaltiger Entwicklung, verschiedene Methoden zur Quantifizierung externer Effekte. Es wird analysiert, welche Konzepte speziell für die Implementierung eines nachhaltigen Managements von Naturressourcen geeignet sind. Die Ergebnisse werden anhand von Fallstudien für bestimmte Regionen (Tanzania, Namibia) vertieft.
Bezug zu anderen Fächern
Das Fach ist mit folgenden Vertiefungsfächern gut zu kombinieren:
- Geld und internationale Finanzwirtschaft
- Wirtschaftstheorie.

