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Forschungsprojekte - Bernd Hardeweg

Establishment and management of a database on vulnerability issues in Thailand and Vietnam

Teilprojekt in der Forschergruppe "Impact of shocks on the vulnerability to poverty: consequences for development of emerging Southeast Asian economies".

Die räumliche Verteilung der Gemüseproduktion in Thailand und ihre Entwicklungstendenzen (abgeschlossen)

Die Ergebnisse des Projekts sind in der Dissertation "The spatial distribution and interregional dynamics of vegetable production in Thailand" (ISBN 978-3-8175-0413-8 Pick It! Pick It! Pick It! Pick It! ), erschienen 2008 im Wissenschaftsverlag Vauk, Kiel, dokumentiert. Die Arbeit ist auch online verfügbar.

Zusammenfassung

Verbunden mit dem raschen Wirtschaftswachstum in Thailand zeigt auch der Gemüsebausektor eine dynamische Entwicklung. Einerseits ist die Nachfrage nach hochwertigen Nahrungsmitteln wie frischem Gemüse mit steigendem Pro-Kopf-Einkommen gewachsen, andererseits wird der Gemüsebau von den traditionellen Anbauflächen rund um Bangkok durch weitere Urbanisierung und expandierende Siedlungs- und Industrieflächen verdrängt.

Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, die Bestimmungsfaktoren der Mobilität der Gemüseproduktion und die künftigen Produktionsstandorte vor dem Hintergrund einer rückläufigen Produktion in den traditionellen Anbaugebieten um die rasch wachsende Hauptstadt zu identifizieren. Darüber hinaus wird untersucht, inwieweit die Verlagerung der Produktionsstandorte mit der Adoption umweltfreundlicher Produktionsverfahren verbunden ist und ob umweltpolitische Maßnahmen geeignet sind, die negativen Externalitäten der gegenwärtig dominierenden Technologien zu reduzieren.

Zu diesem Zweck wurde ein Programmierungsmodell für den Gemüsesektor entwickelt, welches Produktion und Nachfrage von 23 Gemüsearten in acht über Transportaktivitäten verbundenen Regionen sowie weitere Produktionsverfahren der Gemüsebaubetriebe abbildet. Das Modell deckt damit etwa 90% des Produktionswertes des Gemüsesektors zu loco-Hof-Preisen ab. Das Modell minimiert die variablen Kosten der Gemüseproduktion und –transformation unter Berücksichtigung regionaler Nachfragemengen. Die Kapazitätsbeschränkungen der regionalen Produktion sind aus Daten des Agrarzensus und weiteren Sekundärdaten abgeleitet worden. Die Produktionstechnologie wird durch regional differenzierte Parameter der Produktionsaktivitäten abgebildet. Diese Daten wurden im Rahme von Expertenworkshops mit Gemüsebauern und Fachleuten der landwirtschaftlichen Offizialberatung erhoben. Das Modell wurde mit Hilfe der positiven mathematischen Programmierung auf die im Basisjahr beobachteten Aktivitätsumfänge kalibriert.

Die Ergebnisse der Modellsimulationen zeigen, dass im Durchschnitt nur 43% der regionalen Gemüseproduktion innerhalb der Ursprungsregion verbraucht werden. Bedingt durch die regional unterschiedlichen Produktionsbedingen wird Gemüse über durchschnittlich 293 Kilometer transportiert. Damit verursacht der Transport etwa 245.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr. Weiterhin zeigen die Modellergebnisse, dass die Intensität des Pflanzenschutzmitteleinsatzes in Nordthailand bereits das Niveau der traditionellen Anbaugebiete um Bangkok erreicht hat und auf Gemüseflächen etwa 11,8 kg an aktiven Substanzen pro Hektar und Jahr ausgebracht werden.

Die Auswirkungen von Veränderungen in verschiedenen exogenen Variablen sind durch parametrische Simulation untersucht worden. Es zeigt sich, dass die regionalen Anteile an der Gemüseproduktion vergleichsweise stabil sind. Sowohl steigende Nachfrage, als auch verbesserte Transporttechnologie und eine Beschränkung des Gemüseanbaus in Bangkok führen zu einer stärkeren Verlagerung von den marktnahen zu weiter entfernten Produktionsstandorten. Dagegen wirken steigende Energiepreise und eine Pestizidreduktionspolitik darauf hin, dass die Produktion auf marktnahen Standorten zunimmt.

Um eine Aussage über die künftige Entwicklung zu treffen, wurde ein plausibles Szenario für das Jahr 2011 definiert, das von steigender Nachfrage, zunehmenden Energiepreisen, steigenden Löhnen, abnehmenden Gemüsebauflächen in Bangkok und Umgebung, steigenden Erträgen und weiterer Adoption umweltfreundlicher Produktionsverfahren ausgeht. Das Ergebnis für dieses Szenario zeigt, dass die Gemüseproduktion in allen Regionen etwa gleichmäßig steigt, wohingegen die Landnutzung und Nachfrage nach Arbeitskräften bedingt durch Produktivitätssteigerungen sinken. Die marginalen Kosten des Gemüseangebots auf den zentralen Großmärkten erhöhen sich dabei um durchschnittlich etwa 10% infolge steigender Löhne und Transportkosten. Die Intensität des Düngemittel- und Pflanzenschutzmittel­einsatzes wird dabei sogar zunehmen, insbesondere in Regionen mit einem bereits hohen Einsatzniveau. Eine Fortsetzung der gegenwärtigen Entwicklung führt demnach zu weiter steigenden Belastungen und erhöhen mit hoher Wahrscheinlichkeit die externen Kosten der Gemüseproduktion.

Die Wirkung von drei ausgewählten Politikmaßnahmen mit dem Ziel, diesen Trend umzukehren, wurde mit Hilfe des Modells untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass eine politisch vorgegebene Beschränkung des Gemüseanbaus in Stadtnähe (um Bangkok) dazu führt, dass zwar die absoluten Einsatzmengen in dieser Region sinken, aber die Intensität auf den verbleibenden Flächen und in anderen Regionen steigt. Diese Maßnahme erweist sich damit als ungeeignet für die Erreichung der Ziele. Die Festlegung eines Pestizidreduktionsziels ist mit gegenwärtig verfügbarer Technologie bis zu einem Reduktionsziel von 30% möglich, führt aber zu deutlich höheren marginalen Kosten des Gemüseangebots. Eine Pigou-Steuer auf der Basis der Umweltwirkung einzelner Pestizide zeigt sich in den Simulationen als wirksame Maßnahme. Der Anstieg der marginalen Angebotskosten ist dabei mäßig und kann durch weitere Adoption umweltfreundlicher Produktionstechniken gesenkt werden.

Framework for economic evaluation of desert locust management projects (abgeschlossen)

Im Auftrag der gtz wurde ein ökonomisch fundierter Rahmen für die Bewertung von staatlichen Managementstrategien im Bezug auf Schäden durch die Wüstenheuschrecke entwickelt. Die Studie ist als PPP Special 5 im Eigenverlag des Pesticide Policy Project erschienen und kann dort angefordert oder im PDF-Format heruntergeladen werden.

Informationen zur Person

Sprechzeit: n. Vereinbarung

Letzte Änderung: 28.01.2011
 
Verantwortlich Prof. Dr. Waibel